Die aktuelle Saison folgt der der Route der Formel 1. Nachdem wir in Silverstone noch die Königklasse

des Motorsports live miterleben konnten, stand nun FSEast in Ungarn auf unserem Eventplan. Routiniert wurde am ersten Tag wie gewohnt das Camp errichtet, wobei wir dabei schon feststellen mussten, dass Ungarn wohl auch als Land der Mücken und Heuschrecken gilt. Da FSEast dieses Jahr zum ersten Mal überhaupt veranstaltet wurde, wussten wir zwar nicht was uns auf dem Event erwartet, allerdings waren wir bereits im Vorhinein von der guten Organisation des Events überzeugt worden.

Der zweite Tag begann für uns gewohnt früh mit dem Besuch der Scrutineers zur technischen Abnahme, welche in Ungarn ungewöhnlicher Weise in der eigenen Box stattfand. Wie auch schon in Silverstone konnten wir die gesamttechnische Abnahme schnell hinter uns bringen und das Scrutineering als zweites Team vollständig abschließen. Der restliche Tag konnte genutzt werden, um den Vorträgen für die kommenden Statics am nächsten Tag noch den letzten Schliff zu geben. In den Statics am nächsten Tag bekamen wir es mit Judges auf internationalem Formula Student Niveau zu tun, die uns sowohl im Cost Report, als auch im Design Report und Business Plan durchaus forderten. Dennoch gingen wir mit einem guten Gefühl aus den Disziplinen. Gegen Abend dann die großartige Nachricht: Als einziges Team hatten wir es in alle Static Finals geschafft und konnten im Design Report und Business Plan um den Sieg kämpfen. Ein Final zu erreichen war bis zu diesem Zeitpunkt in 10 Jahren UPBracing Team noch nie vorgekommen. Entsprechend groß war die Freude über das Geleistete, aber auch der Ansporn jetzt noch einmal die beste Leistung abzurufen.

Vor der Kür in den Finals am Abend folgte allerdings am Samstagvormittag erst einmal die Pflicht in den Dynamics. Trotz starker Konkurrenz, die Zeiten auf Topniveau lieferten, konnte der PX216 erneut überzeugen. Bei sommerlichen Temperaturen von über 30°C waren die Fahrer wortwörtlich heiß darauf ihre Zeiten in den Asphalt zu brennen. Nach dem 13. Platz im Skid Pad steigerten wir uns im Verlaufe der Vormittags-Session im Acceleration und einem 8. Platz. Nachmittags zeigten dann unsere Parcour-Fahrer mit dem 13. Platz im Autocross, dass die Organisatoren von FSEast eine anspruchsvolle Strecke für das Event vorgesehen hatten. Insgesamt konnten wir mit den Ergebnissen zufrieden sein, allerdings hatten wir im Gefühl, dass der PX216 für das Endurance noch nicht sein volles Potenzial ausgeschöpft hatte. Nach dem Autocross hatten wir vor den Finals noch gerade genug Zeit um das Auto für eben dieses Endurance optimal vorzubereiten. Der Fokus an diesem Abend lag aber eindeutig auf den Statics Finals. Mit dieser neuen Situation konfrontiert war die Anspannung entsprechend groß, aber auch der Wille da, noch einmal alles für eine bessere Platzierung zu geben.

Der Business Plan musste dann im Final öffentlich vor Zuschauern inklusive der Jury auf einer Bühne präsentiert werden – eine neue Situation für unser Business Plan Team. Die Nervosität stieg von Minute zu Minute umso näher die Präsentation rückte und die Vorredner weniger wurden. Wie bereits in der ersten Präsentation vor deutlich kleinerem Publikum konnten wir auch im Final souverän überzeugen. In den Design Finals sahen wir uns mit sechs anderen Teams einer technischen Fachjury konfrontiert. Auf einem Teil der Autocross Strecke bei sich nähernder Dämmerung folgten dann theoretische Fragen zu den verschiedenen Baugruppen. Hier sollte weniger das Auto und dessen Design, sondern die Entwickler und deren theoretisches Wissen getestet werden, dass hinter den Bauteilen des Rennwagens stand. Im fünf Minuten Takt wurden die verschiedenen Bauteilgruppen, bestehend aus maximal sieben Teammitgliedern aus dem entsprechenden Fachbereich mit Fragen gelöchert, selbstverständlich auf Englisch. Mit einem guten Gefühl im Hinterkopf mussten wir uns allerdings bis zur Award Ceremony am nächsten Tag gedulden. Vorher sollte der PX216 wiederholt unter Beweis stellen, dass er nicht nur mit seinem technischen Design, sondern auch mit seiner Performance auf der Strecke überzeugen kann. Während der Streckenbegehung für das Endurance in der die Fahrer jede Kurve kritisch beäugten, überließ der Rest des Teams nichts dem Zufall und prüfte den PX216 erneut gründlich durch. Auf der anspruchsvollen und schnellen Strecke konnten unsere Fahrer früh gute Zeiten abliefern und den Wagen am Limit bewegen. Auch in diesem Endurance wurde wieder einmal deutlich, dass der PX216 höchst zuverlässig funktioniert, auch unter Maximalbelastung. Trotz hoher Temperaturen konnten viele Teams dass Endurance beenden, was noch einmal das hohe Niveau des Events unterstrich. Mit konstant guten Rundenzeiten war der Jubel bei der Zieleinfahrt riesig. Am Ende standen hier ein 6.Platz und viele wichtige Punkte.

Mit dem großartigen Ergebnis im Rücken konnten wir uns auf die Ceremony am Abend freuen. In der Award Ceremony herrschte eine Stimmung, die dem Formula Student Spirit gerecht wurde. Riesiger Jubel brandete auf, als wir mit dem 2. Platz im Business Plan geehrt wurden, in diesem Moment gehörte die Bühne uns und es war toll zu sehen, wie sich die anderen Teams für uns mitfreuten. Doch diese sollte nicht unsere einzige Bühnenbegehung bleiben. Durch die konstant guten Platzierungen in den Statics, Cost und Design Report Platz 5 und dem 2. Platz im Business Plan, konnten wir insgesamt den 3. Platz in den Statics belegen und somit den ersten Pokal nach Paderborn bringen. Zusätzlich konnten mir mit dem 6. Gesamtrang und einer Punktzahl von 688,9 Punkten den bisherigen Platzierungs- und Punkterekord übertrumpfen. An dieser Stelle bedanken wir herzlichst und voller Freude bei den Sponsoren, die den PX216 möglich gemacht haben. Auch Ihnen gehört ein Teil dieses Pokals. Nun heißt es für uns wieder: nach dem Event ist vor dem Event. Der Blick geht nach den großartigen Ergebnissen in Györ direkt wieder Richtung Hockenheim. Am 9. August geht es bereits los. Bei dem Event mit der höchsten Top-Team Dichte der Welt, wollen wir erneut zeigen was Paderborn kann.