Im Jahr 1981 rief die SAE (Society of Automotive Engineers) die Formula SAE als amerikanischen Hochschulwettbewerb ins Leben. Dabei konstruieren und fertigen Studenten in Teamarbeit einen einsitzigen Rennwagen, der sowohl auf seine dynamisch motorsportlichen Attribute und wirtschaftlich-technische Aspekte hin bewertet wird. 1998 entstand nach diesem Vorbild in Großbritannien die Formula Student, die in den folgenden Jahren auf immer mehr internationale Rennstrecken ausgeweitet wurde. Weltweit gibt es mittlerweile eine Vielzahl an offiziellen Events, an denen sich über 500 Teams aus der ganzen Welt beteiligen. Die Events fordern die Studenten durch vielseitige Disziplinen. Diese sind aufgeteilt in dynamische und statische Disziplinen:

 

DYNAMISCHE DISZIPLINEN

Hier stehen die Fahrzeugtechnik und der Fahrer im Vordergrund. In verschiedenen Wettbewerben muss sich das Fahrzeug gegen andere Teams auf der Strecke beweisen.

Acceleration

Beschleunigungsrennen auf einer Geraden von 75m. Entscheidend für ein eine gute Platzierung sind hier ein gut eingestelltes Fahrwerk für möglichst geringen Wheel-Spin, ein Aerodynamik-Setup mit möglichst geringem Luftwiderstand und ein möglichst geringes Gesamtgewicht.

Skid Pad

Parcours in Form einer liegenden Acht, bei dem jeder Kreisring zweimal nacheinander umrundet wird. Gemessen wird jeweils die zweite Runde. In dieser Disziplin wird das Verhalten des Fahrzeuges bei hoher Querbeschleunigung geprüft.

Auto Cross

Point to Point Parcour von etwa 800m Länge, wobei das Fahrzeug Geraden, Kurven und Schikanen durchfahren muss. Im Vergleich zum Acceleration und Skid Pad handelt es sich beim Auto Cross um einen wesentlich komplexeren Parcour bei dem nicht nur einzelne Komponenten des Fahrzeuges, sondern das Gesamtpacket inklusive Fahrer überzeugen muss. Die Platzierung entscheidet über die Startreihenfolge beim Endurance.

Endurance

Die Königsdisziplin: Das Fahrzeug muss sich auf einer Renndistanz von 22km beweisen, die vom Anspruch dem Auto Cross ähnelt, allerdings höhere Geschwindigkeiten zulässt. Nach 11km findet ein Fahrerwechsel statt. Bei dieser Disziplin wird das Fahrzeug mit allen seine Bauteilen sowie den Fahrern an seine Leistungsgrenze gebracht.

Fuel Efficiency

Als Teil Energieeffizienz bewertet die Fuel Efficiency den Energieverbrauch während des Dauerbelastungstest unter Gewichtung des minimalen Verbrauches sowie der kürzesten Dauer für den Dauerbelastungstest der Mitbewerber.

 

STATISCHE DISZIPLINEN

Bei den statischen Disziplinen stellen die studentischen Teams den Juroren in Diskussionen und Präsentationen die verschiedenen Aspekte ihres Fahrzeugs vor.

Design Report

Beim Design Report stellen die einzelnen technischen Leitern die Konzepte ihres Bereichs vor einer internationalen Jury bestehend aus technische Experten aus der Automobilindustrie und dem Motorsport. Dabei werden die einzelnen Konzepte besprochen und kritisch hinterfragt. Hier setzten sich vor allem die Teams mit einem hohen technische Niveau und Entwicklungsgrad in ihren Fahrzeugen durch.

Cost Report

Im Cost Report müssen die Studenten ihre kalkulierten Produktions- und Montagekosten vortragen und verteidigen und mögliche Alternativen aufzeigen und diskutieren.

Business Plan Presentation

Während des Business Plans muss ein Geschäftsmodell vorgestellt werden, dass potentielle Inverstoren davon überzeugen soll, den vorgestellten Prototypen innerhalb eines Wirtschaftskonzeptes in einer Kleinserie zu finanzieren. Die Präsentation findet vor einer internationalen Fachjury, die aus Mitgliedern der Automobilindustrie besteht, statt.